--

Home

Au-Tagebuch

Flora und Fauna

Tiere

Gästebuch

Forum
Newsletter
Au-Archiv
Über uns

 

 
   

Galapagos

Dieser kurze Reisebericht hat nichts mit dem Au-Wald zu tun, dafür aber unglaublich viel mit der Natur selbst. Da wir noch nirgendwo so viel und intensiv, über die Natur, die Tiere und das Leben, erfahren und gelernt haben wie auf dieser Reise, haben wir uns entschieden einen Teil von unseren Erfahrungen, die uns sehr reich gemacht haben, in dieser beschränkten Form weiter zu geben.

 
 
Seit ein paar Jahren träumten wir von einer Reise zu den Galapagos Inseln. Als Vorbereitung haben wir alle möglichen und unmöglichen Informationsquellen wie Internetseiten, Bücher und Filme durchgearbeitet, um ein halbwegs realistisches Bild von diesem einzigartigen Naturparadies, Erbe der Menschheit und greifbaren Beweis der Evolution, zu bekommen. Am 28.Mai 2006 war es endlich so weit ! Noch die wichtigsten Sachen wie Ingwertee (gegen Seekrankheit), Teile der Tauch-Ausrüstung, Kameras und Zubehör, Flugtickets und Pässe und auf ging es ins "Unbekannte".

 

Nach einem nicht geplanten, eintägigen Aufenthalt in Amsterdam und ein paar Zwischenlandungen in Guayaguil und Quito, hat sich das Warten ausgezahlt und unser Traum erfüllt. Landung auf der Insel Baltra ! Galapagos ! Es gibt sie wirklich ! Inseln die "frei" von Menschen und Zivilisation sind ! Eine Tierwelt, die keine Angst kennt ! Tausende Jahre unangetastete Natur ! An den unbewohnten Inseln gilt das einzige Gesetz, das Gesetz der Natur. Es gibt kein Recht oder Unrecht und auch keine Richter. Es gibt keine Politiker und somit auch keine Politik.

 

Es gibt keine Pfarrer, Priester, oder andere "Helfer" die sich an der Vertrottelung der Menschheit beteiligen, also es gibt auch keine Religion und auch keinen Wahnsinn! Es gibt keine Grenzen und auch keine Begrenztheit ! Das einzige was es dort gibt, ist das Leben selbst ! Unter vielen Rot- und Blaufußtölpeln, Pinguinen, Seelöwen, Meerechsen, Landleguanen, unzähligen Vögelarten deren Namen wir zum ersten Mal gehört haben, den größten Wasser- und Landschildkröten der Welt, Lavagesteinen und all' dem, was sich nie im Leben, in einem Buch beschreiben lässt, pulsiert DAS LEBEN! Genau das, wo nach der Mensch seit Ewigkeiten verzweifelt sucht !

.

 

Begleitet von Pelikanen, die bei uns am Boot den optimalen Erholungsplatz gefunden haben und sich in aller Freiheit und Schönheit präsentierten, überwältigt von freien Meeresschildkröten, mit denen wir ein Stückchen mit schwimmen konnten und fasziniert von verspielten und neugierigen Seelöwen, die uns ständig zum Spielen im Wasser aufgefordert haben, haben wir unseren Weg zur Natur wieder gefunden. Ein Treffen mit Lonesome George (eine Riesenschildkröte, der Letzte seiner Spezies) in der Forschungsstation

 

Charles Darwin Foundation auf der Insel Santa Cruze, hat in uns ein unvergessliches Erlebnis hinterlassen. Wenn man sich vorstellt, dass er der Einzige und Letzte auf der Erde und überhaupt in diesem Universum ist, wird man von einer seltsamen Traurigkeit umgehüllt. In diesen Moment wurde uns die Dimension und die Endgültigkeit des Wortes Ende bewusst !
Es bedeutet viel mehr als wenn man irgendwo im Film-Nachspann das Wort Ende liest! In diesem Zusammenhang bedeutet es, keine weiteren Versuche, keine weiteren Möglichkeiten, keine Chance ! Bis heute waren alle Vermehrungs-Versuche ohne Erfolg. Lonesome George ist ca. 80 Jahre alt und 90 kg schwer und er ist der Letzte !

 
 

Am 12. Juni.2006 haben wir "Endgültig" die Insel Santa Cruze uns somit auch die Galapagos Inseln, Richtung Quito verlassen. Jeder, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, weiß genau, wie es einem in solchen Abschiedsmomenten geht. Wir haben uns, in der Maschinerie Mensch, einen kleinen Ausstieg, in dem wir innerlich so unendlich hoch aufgestiegen sind, erlaubt. Die Natur und Tierwelt haben uns den Weg zurück zum Ursprung, zu uns selbst gezeigt. Uns wurde bewusst wie weit der Mensch von der Natur

 

entfernt ist, aber auch wie schwer diese Entfernung zu überbrücken ist. Die Natur ist Fair! Um sie und sich selbst zu begreifen, muss man manchmal den halben Erball umfliegen, aber manchmal genügt es, einfach nur im Wald still zu sitzen und zu beobachten. Wir haben die Chance!

 

 
   
Anzeigebereich 1024 x 768
Designed by doem Copyright © 02.11.2008