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Zu Besuch bei der Gemeinderatsitzung 09/06

Nach 4-monatiger Gemeinderatssitzungspause waren "Unsere" Gemeindevertreter am 20.09.2006, ab 19:00 Uhr wieder mal Live zu erleben. Unter den vielen Gemeindevertretern haben diesmal auch etliche Mitbürger und Vertreter der Bürgerinitiative "Rettet unsere Au" an der Sitzung, stillschweigend, teilgenommen.(... steht jedem Bürger zu.) Unbeachtet, großteils stehend, haben wir uns

 

rund um den vollen Gemeinderatstisch gestellt und über zwei Stunden lang geduldig ohne einen Muckser, in abgestandener, warmer Luft, auf den Punkt in dem es, um die Änderung des örtlichen Raumordnungsprogramms geht, gewartet. Zwei Stunden " stille Meditation" haben durchaus etwas an sich! Man hat die Zeit, um zu beobachten und nachzudenken. In den ca. 18 Punkten die ALLE natürlich zu erst abgearbeitet sein mussten, unter anderem Zuschüsse für bestimmte Aktivitäten, und vieles mehr, was natürlich einzeln gelesen und anschließend abgestimmt sein muss, war es endlich so weit!
Insgesamt 26 Stellungnahmen wurden zum neuen Rodungsplan an der Gemeinde abgegeben. Seitens Gemeinde wurde festgestellt, dass in allen 26 Stellungnahmen circa das Gleiche steht...ist ja klar, es geht auch immer nur um ein Thema! Was sonst?! Nach der ersten Stellungnahme wurde eine Gemeindestellungnahme vorgelesen, die zur Kenntnis genommen und abgestimmt sein sollte.
- Wer ist dafür !?
- Gegenprobe !?...usw.
Die nächsten Reden wurden mit unglaublichen Tempo ohne jeglicher Emotion vom Herrn BGM einfach abgerattert...zur Kenntnis genommen...und abgestimmt.
Obwohl mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass es hier zu einer Verletzung des Forstgesetzes kommt, schaffte es Herr BGM genau dieses Forstgesetz als Basis für seine Argumentationslinie zu missbrauchen. Bis auf, wortwörtlich ein paar Menschen, die mit aller Kraft und Vernunft versuchten diesem Wahnsinn entgegen zu wirken und ein Verständnis zu schaffen, war eine Missachtungs-Lawine zu spüren, die man mit Worten nur schwer beschreiben kann. Der Rest des Gemeinderates hat eher sehr passiv, genauer gesagt bewegungslos, ohne viel zu denken gewirkt, aber "zu mindest" beim Abstimmungskommando: "Wer ist dafür !?" schon ziemlich synchron reagiert.

Nach den ersten drei Stellungnahmen haben sich die ersten unermüdlichen Kämpfer (die sich berechtigterweise gefrotzelt fühlten) verabschiedet und
jede nächste Rede hat ein weiteres "Opfer" gekostet. Nach der 5.Stellungnahme war der Gemeinderat nicht mehr beschlussfähig und das Sitzungsglöckchen hat das Ende der Sitzung bzw. Vertagung eingeläutet. Amen.

Wie geht es weiter?
Da von den 26 Stellungsnahmen nur 5 durchgelesen wurden, wird das Thema erneut bei der nächste Gemeinderatsitzung behandelt. Da das Interesse der Bürger relativ groß ist, wurde vorgeschlagen, dass die nächste Gemeinderatsitzung im Kulturhaus abgehalten sein sollte. Ob dieser Vorschlag tatsächlich umgesetzt wird, liegt in der Hand des BGM. Wir nehmen an, dass der nächste Termin auf der BI Homepage bekannt gegeben wird, aber man kann auch sicherlich diese Information bei den Vertretern der BI einholen.


Bewusst erwähnen wir in diesem Schreiben keine Namen, denn wir haben kein Interesse daran, irgendeine Partei oder einzelne Personen, besser oder schlechter darzustellen. Von der Gemeinderatssitzung haben wir uns allerdings ein sehr deutliches Bild gemacht, in dem die Menschlichkeit und Kommunikationskultur fehlt und teilweise an ein Marionettentheater erinnert.

Ergo:
Das Thema um den Auwald ist noch lange nicht gegessen. Es muss noch viel Energie, Vernunft und Intelligenz gegen die Dummheit mancher Menschen entgegen gebracht werden.

 
   
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