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Menschlichkeit vs. Formalismus Gemeinderatsitzung 10/06

Am 04.10.2006, um 19:30 fand die Fortsetzung der letzten Gemeinderatssitzung statt. Unser BGM hat seit dem letzten Mal ein wenig dazu gelernt: Der Sitzungsort wurde aufgrund der großen Anzahl an Bürgern, die an der Sitzung teilnehmen wollten, in das Kulturhaus von Felixdorf verlegt. Genügend Platz und mehr Luft zum Atmen.

 
KEINE BILD- UND TON- AUFNAHMEN ERLAUBT !

Von Menschlichkeit kann aber leider noch immer keine Rede sein. Bild- und Tonaufnahmen sowie Mitsprache oder Diskussionsfreiheit bei diesem brisanten Thema - Rodung der Felixdorfer Au - wurde seitens Hrn. BGM verboten (obwohl es laut Gesetz zulässig ist, und nur bei Störung der Sitzung vom Vorsitzenden untersagt werden kann). Trotzdem klammerte sich der BGM an seine Auslegung des Gesetzes und schaffte es, aus einer Gemeinderatssitzung, eine gerichtliche Verhandlung zu veranstalten: "Zu Gericht standen" 26 Stellungnahmen. "Der vorsitzende Richter" war der BGM von Felixdorf selbst.
Das Glöckchen läutete und das, von der letzten Sitzung bekannte, Prozedere wurde vollzogen, d.h. Verlesung der Stellungnahmen, Antrag auf Ablehnung, stattgegeben.

Ein besonderer Gast dieser Sitzung war Dr. Medizinalrat Robert Ernst, der Begründer der Felixdorfer Au und Träger des Josef-Schöffel-Förderungspreises.
Der mittlerweile 90jährige Dr. Ernst war gekommen, um sein Wissen und seine Meinung zu der Felixdorfer Au und den Rodungsplänen vorzutragen.
Mehrmalige Anträge seitens der Opposition, ihn sprechen zu lassen, verliefen im Sand. Sehr geduldig haben Herr Dr. Ernst, seine Frau und das Publikum auf die Möglichkeit zu Reden gewartet. Nach mehrmaliger Bitte, um Menschlichkeit und Respekt gegenüber Dr. Ernst, hat der Gemeinderat, darüber abgestimmt, ob und wann er reden darf. Seine Rede sollte nach der Verlesung der 26 Stellungnahmen erfolgen. Da, ihm nach 2 Stunden noch immer nicht ermöglicht wurde zu reden und sein gesundheitlicher Zustand sich auch verschlechterte, musste sich Dr. Ernst leider verabschieden. In jeder Hinsicht, entstand dadurch eine unüberbrückbare Leere, die im Saal spürbar war.

Kurz zusammengefasst:
26 Stellungnahmen wurden vorgelesen und bis auf eine, alle abgelehnt. Des weiteren, stand ein Initiativantrag für eine Volksbefragung, zum Thema Rodung der Au, zur Abstimmung. Der Antrag wurde bereits am 19.05.2006 von der Opposition, eingebracht. Die Textierung der Volksbefragung stimmte nicht mit jener des Initiativantrags überein und die Opposition hat darauf hingewiesen, dass der Gemeinderat hier (nicht nur in diesem Punkt) nicht gesetzeskonform handelt.

Wie geht es weiter?
Eine Volksbefragung wird auf jeden Fall stattfinden, wann und mit welcher Fragestellung ist noch fraglich. Bei dieser Volksbefragung, müssen mindestens 353 Bürger der Felixdorfer Gemeinde gegen die Rodung der Au unterschreiben.

Zum Schluss:
Nach all' den negativen Meldungen und Stimmungen, die wir bei der Sitzung erlebt haben, ist uns ein Satz der Opposition in Erinnerung geblieben, den wir hier an dieser Stelle zitieren möchten: "Die Standpunkte sind klar, die Abstimmung wird durchgeführt. Wie die Abstimmung ausgeht, wissen wir alle. Das, was wir an sozialer Kompetenz gezeigt haben, spricht Bände ... das Land kennt die Gesetze und wird dementsprechend entscheiden ..."

 

 
   
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