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Die Geschichte des Internet

Kapitel 10:
Das Internet Heute


1996

Im Jahre 1996 konzentriert sich die Entwicklung des Internet vor allem auf die Beschleunigung des Datentransfers. Da immer mehr Rechner an das Netz angeschlossen werden und die zu übertragende Datenmenge auch immer größer wird (vor allem durch den Erfolg des World Wide Web und der damit anfallenden größeren Datenmengen durch Graphiken, Audio, Video, Applets, etc...) werden neue Wege gesucht, um einerseits den Backbone selbst und andererseits die Verbindung zum Anwender zu beschleunigen.

Die Backbone-Struktur des Internet wird von den (bereits relativ langsamen) T-3 Leitungen, die eine Kapazität von 45 Mbps aufweisen, auf neue Verfahren wie Asynchronous Transfer Mode (ATM) umgestellt. Dazu werden die Kupferkabel, die den Datentransfer bisher erledigten, gegen optische Glasfaserkabel ausgetauscht. Die Geschwindigkeiten, die damit erreicht werden können, variieren zwischen 51 Mbps und 10.000 Mbps (=10 Gbps) [Arno94].

Auf der Anwenderseite werden immer schnellere Modems entwickelt. Über normale Modems können Geschwindigkeiten von 33,6 Kbps erreicht werden, außerdem werden digitale Telephondienste wie ISDN (128 Kbps) in immer größerem Ausmaß verfügbar. Eine neue Entwicklung, um Daten digital über das (analoge) Telephonnetz übertragen zu können, ist Asymmetric Digital Subscriber Line (ADSL). Damit können Daten mit bis zu 6 Mbps über das normale Telephonnetz übertragen werden. Allerdings sind die Modems für ADSL mit über 1000 US-Dollar noch relativ teuer. Auch die Kabelfernsehgesellschaften haben die Qualitäten des Internet erkannt und bieten Modems an, mit denen man über das Kabelnetz im Internet arbeiten kann (Geschwindigkeiten bis 10 Mbps) [Bant96].

Zur gegenwärtigen Anzahl der Hosts: bei der letzten Zählung im Juli 1996 wurden 12,8 Millionen an das Internet angeschlossene Rechner gezählt [NW96].

Anzahl der Hosts im Internet

Aus der Abbildung kann man ersehen, daß sich das Wachstum des Internet im Jahr 1996 keineswegs eingebremst hat, auch deshalb sind die Erweiterungen der Backbone-Struktur wie oben beschrieben extrem wichtig.

Die Entdeckung des Internet durch kommerzielle Firmen findet auch seinen Niederschlag: die meisten Rechner sind 1996 an einen Rechner der .com Domain angeschlossen (3,3 Millionen), das entspricht 25,8 Prozent oder einem Viertel aller Rechner [NW96].

Die lange Zeit führende .edu Domain, die Brutstätte des Internet, liegt auf dem zweiten Platz mit 2,1 Millionen Rechnern (16,4 %). Die größte geographische Top-Level-Domain ist Großbritannien mit 579.000 Rechnern (4,5 %) vor Deutschland mit 548.000 Rechnern (4,3 %). Österreich liegt mit 71.000 Hosts (0,55 %) global gesehen an 23. Stelle, europaweit sind wir Elfter.

Verteilung der Domains im Internet


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